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Wirtschaft Vereinigte Arabische Emirate
Quelle : Deutsches Auswärtiges Amt, Stand November 2009
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gehören zu den dynamischsten Wirtschaftsstandorten der arabischen Welt.
Ausgehend von einer soliden Rohstoff-Basis, befördert durch
Rekord-Ölpreise und auf Kurs gehalten durch schrittweise Liberalisierung und Diversifizierungsbemühungen, befinden sich wichtige makroökonomische Indikatoren auf anhaltend hohem Niveau.
Mit einem realen Wachstum von rund 7 Prozent (2008) und einem Bruttosozialprodukt von ca. 230 Mrd. US-Dollar (plus 7 Prozent) waren die VAE – bei nur rund 5 Mio. Einwohnern – im
vergangenen Jahr die zweitgrößte Volkswirtschaft der arabischen Welt. Gemessen an ihren reichen fossilen Energiereserven (viertgrößte Ölvorkommen; siebtgrößte Gasvorräte weltweit) und
einem der höchsten pro-Kopf-Einkommen (rund 40.000 US-Dollar) gehören sie zugleich auch zu den reichsten Staaten und finanzkräftigsten Investoren weltweit.
Stark ausgebaut wird der
Bereich der Erneuerbaren Energien, insbesondere die Öko-Stadt Masdar City in Abu Dhabi. Mit der Entscheidung vom Juni 2009, die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien in Abu
Dhabi anzusiedeln, hat dieser Sektor weiter an Bedeutung gewonnen.
Die
Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise haben die VAE auf ihrem rasanten Wachstumskurs zwar geschüttelt, aber nicht aus der Bahn geworfen. Die Regierung in Abu Dhabi
hat mit staatlichen Interventionen und finanzpolitischen Strukturmaßnahmen am Geldmarkt sowie durch komfortable Finanzpolster aus Vorjahren sinkende Ölexporteinnahmen sowie auftretende
Liquiditätsengpässe (Banken, Immobiliensektor) weitgehend erfolgreich abgefedert. Die Zahlungsbilanz könnte - nach beachtlichen Überschüssen in den letzten Jahren - 2009 zwar geringfügig
negativ ausfallen. Experten halten die temporäre wirtschaftliche Talsohle in den VAE aber bereits wieder für durchschritten. Wichtige Voraussetzung für den Verlauf des Aufschwungs bleibt
ein stabiler Ölpreis am Weltmarkt (VAE-Wunschpreis liegt hier um 75 USD). Stärker betroffen von der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise ist das über keine eigenen Ölvorkommen verfügende
Emirat Dubai, das im November 2009 eine kurzfristige Aussetzung von Schuldentilgungen vornehmen musste.
2010 wird mit neuem Wirtschaftswachstum von 2 bis 4 Prozent gerechnet (etwa die Hälfte der
Wachstumsraten vor der Finanzkrise). Bereits heute gibt es sichtbare Anzeichen einsetzender Erholung, darunter wachsende Wirtschaftsaktivität im Privatsektor, wieder zunehmende Liquidität
im Bankensektor sowie anhaltend hohe Projektausgaben im Nicht-Ölsektor und im gesamten Bereich der öffentlichen Hand. Die temporäre Abschwächung des Wachstums hat sich positiv auf die
Entwicklung der zeitweilig sehr hohen Inflationsrate ausgewirkt (2008 offiziell 12,3 Prozent). Sie beträgt gegenwärtig nur noch etwa 3 bis 4 Prozent.
Ein wichtiger Bestandteil der schrittweisen außenwirtschaftlichen Liberalisierung sind in
Verhandlung befindliche Freihandelsabkommen, insbesondere zwischen der EU und den Staaten des Golfkooperationsrates (GCC), aber auch das der VAE mit den USA sowie des GCC mit asiatischen
und lateinamerikanischen Staaten. Von aktueller Bedeutung sind auch jüngste Schritte zur Neufassung der Eigentumsregelungen (ausländische Investoren können max. 49 Prozent der Anteile
eines Unternehmens halten, außer in Freihandelszonen) sowie dem Abbau von Marktzugangsbeschränkungen (bisher noch Erfordernis eines lokalen Mehrheitspartners oder "Sponsors").
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden
Quelle: Deutsches Auswärtiges Amt, Stand November 2009
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