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Ra’s al-Chaima
Ra’s al-Chaima , „Spitze des Zeltes“, oft nach der englischen Transkription Ras Al Khaimah abgekürzt zu R.A.K oder
RAK) ist eines von sieben Emiraten, aus denen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bestehen.
Das Emirat, das aus zwei Teilterritorien besteht, hat eine Größe von ²1.684 km und macht damit
2,17 % des Gebietes der VAE aus. Es leben dort nach einer Schätzung von Ende 2008 rund 231.000 Einwohner, die Zunahme mit ca 5 % pro Jahr entspricht dem allgemeinen Wachstum in den VAE.
Die beiden Teilterritorien liegen im Norden bzw. der Mitte der sechs östlichen Emirate. Das Emirat trat 1972 als siebentes und letztes den VAE bei. Ra’s al-Chaima lebt heute hauptsächlich
von Tourismus, Handel und Landwirtschaft. In der Küstenebene liegen ausgedehnte und fruchtbare Orangen- und Dattel-Plantagen, die durch Quellwasser aus dem nahegelegenen Gebirge bewässert
werden. Der internationale Flughafen Ras Al-Khaimah bietet keine Linienflüge nach Westeuropa. Air Berlin fliegt mit Boeing 737 Charter nach München, Condor einmal pro Woche nach
Frankfurt. Seit 2007 fliegt die dort beheimatete RAK Airways in verschiedene Länder des Vorderen Orients und des indischen Subkontinents.
Es gibt in Ra’s al-Chaima archäologische Ausgrabungen, einige davon gehen auf die antike Stadt Julfar zurück.
Geschichte
Das Emirat ist nach dem gleichnamigen Hafenort benannt, der heute auch Hauptstadt ist. Das
Emirat wurde vom Stamm der Qawasim begründet. Seit Ende des 18. Jahrhunderts war der Hafen ein wichtiger Stützpunkt für die Piraterie. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht beherrschten die
Qawasim große Teile der persischen Südküste. Unter Sultan ibn Saqr (1803–1866) erreichte Ra’s al-Chaima den Höhepunkt seiner Macht. Die Piraterie gefährdete jedoch zunehmend den Handel
von Oman und Großbritannien in der Golfregion. 1809 und 1819 wurde deshalb Ra’s al-Chaima von Großbritannien und dem Oman zerstört.
Das ehemalige Fort von Ra’s al-Chaimah beherbergt heute das Nationalmuseum
Nach dieser Niederlage mussten die Qawasim 1820 einem Seefrieden mit Großbritannien zustimmen. Nach der
Verlängerung des Vertrags (1853) geriet das Emirat Ra’s al-Chaima zunehmend unter britische Herrschaft. Nach dem Tod von Sultan ibn Saqr im Jahr 1869 zerfiel sein Reich, in die zwei
eigenständigen Emirate Schardscha und Ra’s al-Chaima. Von September 1900 bis zum 7. Juli 1921 wurde das Emirat Ra's al-Chaima zeitweise wieder in das Nachbaremirat Schardscha
eingegliedert; der letzte Gouverneur wurde danach zum neuen Emir von Ra’s al-Chaima ernannt.
Am 10. Februar 1972 entließ Großbritannien als letztes der ehemaligen Trucial States
Ra’s al-Chaima unter dem seit 1948 regierenden Scheich Saqr ibn Muhammad al-Qasimi in die Unabhängigkeit. Er ist der am längsten regierende Staatschef in der ganzen Region. Das Emirat
trat am selben Tag den bereits am 2. Dezember 1971 unter Führung von Abu Dhabi gegründeten Vereinigten Arabischen Emiraten bei.
Die Verwaltung von Ra’s al-Chaima verkündete im
Februar 2006 eine Investition von 30 Millionen US-Dollar für den Bau des Weltraumbahnhofs Ras Al-Khaimah Spaceport in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Space Adventures Ltd..
Geographie
Das Emirat ist durch eine, im Verhältnis zu den anderen Emiraten, üppigere Vegetation gekennzeichnet,
welche durch die häufigeren Niederschläge im Hadschar-Gebirge, welches große Teile des Hinterlands einnimmt, und einen somit höheren Grundwasserspiegel ermöglicht wird. Dies erlaubt eine
teils intensive and ausgeprägte Landwirtschaft, vor allem entlang der zahlreichen Trockenflüsse und in der küstennahen Trockensavanne, die für den Norden charakteristisch ist. Während in
südlicher Richtung Sandwüste vorherrscht mit teils großen Dünen, welche Ausläufer der Rub al-Chali sind.
Geschützte Lagunen entlang der Küste ermöglichen eine weitgefächerte und
vielfältige Flora und Fauna, welche sich, abseits der starken Meeresströmungen, etablieren konnte. Diese Lagunen bildeten oft die Grundlagen für die Errichtung einer permanenten Siedlung,
da sie für den Handel und die Fischerei einen sicheren Hafen darstellten. Für die lokale Vogelwelt sowie die Meeresfauna stellen sie wichtige Rückzugs- und Erholungsgebiete dar. Die
Vegetation dieser Lagunen ist durch teils großflächige Mangrovenwälder geprägt, welche das wohl wichtigste Ökosystem darstellen, des Weiteren finden sich in und an den vorzugsweise
flachen Gewässern Salzwiesen, Wattflächen sowie niedrige Vegetation. Diese Lagunen sind zugleich aber auch ein sehr gefährdetes Ökosystem da sie durch die wachsenden Städte und Siedlungen
zunehmend aufgeschüttet werden um neues Bauland zu gewinnen. Siehe hierzu beispielsweise Mina Al Arab.
Bauprojekte
Analog zu den anderen Emiraten der VAE werden auch in Ra’s al-Chaima derzeit einige Bauprojekte realisiert oder befinden sich in der Planungsphase, hauptsächlich in Küstennähe. Der
staatliche Bauträger von Ra’s al-Chaima heißt RAK Properties, andere bedeutende Firmen in der Entwicklung neuer Bauprojekte sind zum Beispiel Rakeen oder Al Hamra Real Estate.
Charakteristisch für nahezu alle Projekte ist die Lage direkt am Meer wo, ähnlich wie in Dubai, auch hier versucht wird, die natürliche Küstenlinie durch Lagunenausbauten, Kanalstrecken
und Aufschüttungen zu verlängern um für Immobilien am Strand höhere Preise zu erzielen, trotz teilweise fragwürdiger Qualität der Objekte.
Bei Mina Al Arab (deutsch: Hafen von Arabien) handelt es sich um ein seit 2007 im Bau befindliches
Mischgebiet südwestlich von ’Ras al-Chaima-Stadt in der Lagune Chaur Al-Jazeera. Der Bauträger RAK Properties plant den Bau von mehreren Resorts und öffentlichen Einrichtungen um den
Tourismus im Emirat anzukurbeln. Weiterhin enthält der Komplex einen Hafen, einen Souk sowie mehrere Wohngebiete. Das Projekt ist mit 2,8 km² Fläche eines der kleineren Projekte im Emirat.
Al Marjan Island (deutsch: Koralleninsel) ist eines der am weitesten fortgeschrittenen Bauprojekte in Ra's al-Chaima. Es befindet sich circa 27 km von Ra's al-Chaima-Stadt
entfernt in Richtung der Grenze zu Umm al-Qaiwain und umfasst einen Komplex aus 4 künstlich aufgeschütteten Inseln und einer Halbinsel. Mit 2,7km² ist es zwar minimal größer als Mina Al
Arab jedoch bedeutend kleiner als andere Bauprojekte die zur Zeit im Emirat realisiert werden. Die Bebauung hat teilweise begonnen nachdem die Erdarbeiten im Januar 2008 abgeschlossen
wurden. Der Bauträger Rakeen beispielsweise hat mit den Bauarbeiten am firmeneigenen Mischprojekt Bab Al Bahr die Pfahlgründung an allen Gebäuden abgeschlossen. Die Mischnutzung ist
charakteristisch für die Bebauung der Insel, im allgemeinen sollen Wohnungen, Villen, Resorts, Hotels, Einkaufszentren und einige Bürogebäude entstehen. Erklärtes Ziel ist auch hier, den
Tourismus anzukurbeln.
Die Siedlung Al Hamra Village ist das am weitesten fortgeschrittene Bauprojekt in Ra's al-Chaima. Die Lage ist nahe der Inselgruppe Al Marjan auf einer
ehemaligen Lagunenfläche. Die Gesamtfläche beträgt 5 km², das Projekt ist somit das zweit größte im Emirat nach Al Dana Island. Realisiert wird der Komplex, aus zahlreichen Villen, zwei
Hotels, einem Einkaufszentrum, Golfplatz und Yachthafen, von dem staatseigenen Unternehmen Al Hamra Real Estate. Das Projekt gliedert sich in fünf Phasen, wovon die ersten drei im Bau
oder fertiggestellt sind. Phase vier und fünf werden vermutlich aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation verzögert verkauft werden und in ihrem Volumen zurückgestuft. Das im Bau
befindliche Al Hamra Palace Hotel wird das dritthöchste Gebäude im Emirat werden und gleichzeitig die größten Kapazitäten besitzen. Zusammen mit dem bereits vorhandenen Al Hamra Fort
Hotel & Beach Resort möchte man so die erwartete Mehrmenge an Touristen unterbringen. Diese sollen das Gefühl bekommen, in einer altarabischen Siedlung untergebracht zu sein.
Ra’s al-Chaima-Stadt
Analog zu Dubai und Schardscha entwickeln sich die jeweils zum Emirat gleichnamigen Hauptstädte so
rasant und dem übrigen dazugehörenden Wüstenland oft vorauseilend, daß man ihnen eine eigene Darstellung widmen muß. In Ra’s al-Chaima-Stadt wohnen rund 80 Prozent der Emiratsbevölkerung,
d.h. im Jahre 2008 etwa 200.000 Menschen. Die Stadt hat sich aus dem kleinen Fischer- und Piratennest in den Jahren seit 1972 von der Halbinsel aus um die Meeresbucht (Creek) und den
Hafen herum zunächst ungeplant entwickelt. Seit etwa 1990 wird die Stadterweiterung planvoll angegangen, Infrastruktur und Straßen werden oft vorbereitet, um der traditionellen freien
Ansiedlung mitten in der Wüste vorzubeugen. So erstreckt sich das Stadtgebiet heute bereits über rund 20 km von West nach Ost (mit Ar Rams) und bis zu 10 km in die südlichen
Sandhügelzonen hinein. Eine gewisse natürliche Grenze bildet das rund 10 km von der Küste entfernt beginnende schroffe Gebirge. Die Siedlungsweise ist, anders als in Dubai, Schardscha und
Abu Dhabi, eher niedrig aufgelockert und mit vielen Bäumen durchsetzt. Nur an den gerade entstehenden „Corniches“ an den Creekufern werden einige Hochhäuser platziert, aber sie bestimmen
noch keineswegs den eher ländlichen Charakter von Ra’s al-Chaima-Stadt.
Gesundheitswesen
Ras al Khaimah hat drei öffentliche Krankenhäuser: Saqr Hospital, Saif bin Ghobash Hospital und Al Zarawi Hospital.
Im November 2007 wurde das private
RAK Hospital eröffnet. Es wird betrieben von Arabian Healthcare LLC, einem Joint Venture zwischen der Regierung von Ra’s al-Chaima und der in Dubai ansässigen ETA-Star Gruppe. Für das
Management von RAK Hospital ist die Sonnenhof-Swisshealth verantwortlich, eine Schweizer Privatspital Gruppe. Zu den bereits in Betrieb befindlichen Abteilungen soll 2009 ein
Herzkatheterlabor hinzukommen. RAK Hospital wurde akkreditiert durch Joint Commission International (JCI)und Swiss Leading Hospitals (SLH).
Quelle: Wikipedia, Stand 2010
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