|
Kultur- und Bildungspolitik in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Die Bildungspolitik genießt – neben der Sicherheits- und Wirtschaftspolitik –
höchste Priorität. Der größte Posten im föderalen Budget 2009 ist für den Bildungssektor reserviert. Durch gezielte Qualifizierung auf höchstem internationalen Niveau sollen die
emiratischen Schüler, Studenten und Auszubildenden auf die beruflichen Herausforderungen einer offenen Volkswirtschaft im 21. Jahrhundert vorbereitet werden. Die Vereinigten Arabischen
Emirate wollen hier einen Spitzenplatz in Ausbildung und Niveau einnehmen und investieren seit einigen Jahren konsequent in den Auf- und Umbau ihres Bildungssektors. Zu diesem Zweck
streben die emiratischen Hochschulen aktiv die Kooperation mit ausländischen Spitzenuniversitäten an. Mittels einer großzügigen Stipendienvergabe sollen die Studierenden zu
Auslandsaufenthalten ermuntert werden. Ein Beispiel ist die im Sommer 2009 erfolgte Entsendung von 20 emiratischen Studenten zur Ausbildung im Halbleiterbereich (Mikrochipproduktion) nach
Dresden Auch im Schulbereich strebt man durch zunehmende Privatisierung und erhöhten Wettbewerb sowie die Integration emiratischer Kinder in internationale Schulen (darunter auch die
Deutsche Schule Abu Dhabi) eine Verbesserung des Schulniveaus an. Auch im Berufsbildungsbereich wird durch eine Mischung von staatlichen Investitionen und internationaler Zusammenarbeit
eine Verbesserung des Ausbildungsniveaus angestrebt. Mit Ausbildungszentren in Abu Dhabi und Al Ain (ADVETI bzw. VETI) ist auch die deutsche GTZ in diesem Marktbereich erfolgreich
vertreten.
Die staatliche Universität Al Ain wurde 1977 gegründet. 2009 sind ca. 17.000 Studenten immatrikuliert, davon über 70 Prozent Frauen. Außerdem gibt es die staatliche
"Zayed"-Universität (nur für Frauen) je in Abu Dhabi und Dubai, insgesamt 12 "Higher Colleges of Technology (HCT) in den verschiedenen Emiraten, getrennt nach
Geschlechtern, sowie das Petroleum Institut Abu Dhabi. Die neue Khalifa University of Science, Technology and Research in Abu Dhabi hat 2009 ihren Lehrbetrieb aufgenommen. Hinzu kommen
eine Anzahl privater emiratischer Universitäten mit internationalem Profil sowie Ausgründungen von ausländischen Universitäten (darunter die "American Universities of Sharjah and
Dubai", die "Université Paris Sorbonne" in Abu Dhabi, das New York University Abu Dhabi Institute und die "Abu Dhabi University" (in verschiedenen Emiraten).
Die meisten Emirate verfügen über eigene Museen mit regionaler Bedeutung; hier hat Sharjah mit 15 verschiedenen Museen eine herausgehobene Stellung.In Sharjah arbeitet seit ca. 5
Monaten eine von der Robert-Bosch -Stiftung entsandte Museumskoordinatorin, um die Zusammenarbeit im Museumsbereich zwischen Deutschland und den VAE zu intensivieren. Die Cultural and
Heritage Foundation in Abu Dhabi, die Tourism Development and Investment Company (TDIC) und das Department for Culture and Youth in Sharjah sind wichtige Foren für die Präsentationen auch
ausländischer darstellender und bildender Kunst.
Mit der Errichtung eines Kulturbezirkes auf der Saadiyat Insel plant Abu Dhabi, sich als Kulturstandort von Weltrang zu etablieren:
Geplant sind bisher sechs Kulturprojekte auf Weltniveau: Ein Guggenheim-Museum, gebaut von Frank Gehry, ein Kunstmuseum in Kooperation mit dem Louvre, das "Sheikh
Zayed"-Nationalmuseum in Kooperation mit dem British Museum, ein "Performing Arts Centre", ein Biennale Park mit 16 Pavillons, ein maritimes Museum. Im November 2009 wurde
die erste Ausstellung auf Saadiyat Island in einem temporären Gebäude eröffnet. Bis zur offiziellen Eröffnung von Guggenheim und Louvre soll es immer wieder Ausstellungen in diesen Räumen
geben. Dubai hat aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise zur Zeit alle kulturellen Projekte gestoppt, plant aber noch immer den Bau eines Opernhauses, ein großzügiges Museum für
arabische Kunst und ein Maritimmuseum.
Quelle : Deutsches Auswärtiges Amt, Stand November 2009
|